Allgemeine Empfehlungen - Gruppe 1
1. Wir halten es für äußerst wichtig, dass eine ausgewogene, sachliche Informationspolitik auch über Fachzeitschriften hinaus in der Öffentlichkeit und den Medien erfolgt. Es darf NIE nur eine Seite der Medaille beleuchtet werden, weder die Risiken noch die Chancen.
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2. Es ist sinnvoll, dass das Studienangebot im Feld der Nanotechnologie ausgeweitet wird und junge Menschen dafür begeistert werden. Somit wird gewährleistet, dass sich der Stand der Technik weiterentwickelt und Deutschland auf diesem Gebiet international konkurrenzfähig bleibt.
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3. Es sollten Anreize geschaffen werden, um internationale Nachwuchsforscher in Deutschland auszubilden und anzulocken, z.B. mit Hilfe von monetären Anreizen und Wettbewerben.
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Allgemeine Empfehlungen - Gruppe 2
1. Erkenntnisse der Nanomedizin müssen der Gesellschaft zugänglich gemacht werden. Wir wünschen uns deshalb, dass die entsprechende Forschung auch öffentlich gefördert wird, damit deren Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugute kommen.
Dabei ist es wichtig, auch die Öffentlichkeit an der Diskussion über die Auswirkungen nanomedizinischer Entwicklungen zu beteiligen, um über Chancen und Risiken aufgeklärt debattieren zu können. Hierzu braucht es ein transparentes und neutrales Bild über aktuelle Forschungsstände, aber auch das Eingeständnis von Wissenslücken und Ungewissheiten. Dies gebietet der verantwortungsvolle Umgang mit den Hoffnungen kranker Menschen.
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2. Den Medien kommt eine wichtige Rolle zu, denn eine objektive Berichterstattung über neue Erkenntnisse der nanomedizinischen Forschung fehlt noch weitgehend. Ohne diese wird es jedoch nur schwer möglich sein, für die Nanotechnologie gesellschaftlichen Rückhalt zu erhalten und hohe staatliche Investitionen zu rechtfertigen.
Sinnvoll wäre es auch, schon in der Schule auf die Fortschritte der Nanomedizin aufmerksam zu machen, d.h. Nanomedizin sollte zum Teil des Lehrplanes werden. Zusätzlich sollten öffentliche Einrichtungen (z.B. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) sachlich informieren.
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Chancen der Nanomedizin: Empfehlungen der Gruppe 1
1. Die Chancen der Nanotechnologie sehen wir kurzfristig besonders in einer schnelleren und gezielteren Diagnostik. Langfristig hoffen wir, dass auch neue, bessere Therapien entwickelt werden können, um bislang unheilbare Krankheiten heilen oder lindern zu können. Wir empfehlen, den Schwerpunkt nicht nur in der Pharmakologie, sondern auch in der Neuroprothetik und Strahlen- und Labordiagnostik zu setzen. Industrielles Potential sehen wir auch für die Wirtschaft, wo durch scale-down oder bottom-up Verfahren verbraucherorientierte, exportierbare Produkte entwickelt werden können. Schon heute liegen bereits viele Arbeitsplätze der Industrienationen in der Entwicklung und Produktion von Nanoprodukten.
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2. Es ist wichtig, durch rechtzeitige Einbeziehung der Krankenkassen die Chancen der Nanomedizin zu nutzen, um neue Therapien der breiten Masse zugänglich zu machen. Dabei sollen Kosten für Anwendungen ohne medizinische Notwendigkeit, wie Schönheitsoperationen und Enhancements, nicht von Krankenkassen übernommen werden.
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3. Es ist wichtig, Langzeitforschung und Grundlagenforschung zur Nanotechnologie und Nanomedizin inhaltlich, personell und finanziell zu fördern, um eine sichere und effektive Anwendung am Menschen zu gewährleisten.
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Chancen der Nanomedizin: Empfehlungen der Gruppe 2
1. Gezielte Förderung der nanomedizinischen Forschung zum Ziel von Prävention, Therapie und Diagnostik halten wir für sehr wichtig. Als chancenreiche Anwendungen sehen wir insbesondere Krebstherapie bzw. –prävention; schnellere und präzisere Diagnose von Krankheiten, Bekämpfung von Demenzerkrankungen, Oberflächenoptimierung bei Implantaten sowie der gezielte Einsatz von Wirkstoffen (Drug Targeting).
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2. Ziel der medizinischen Forschung sollte es sein neue, gezielt wirksame Therapien zu finden. Außerdem halten wir es für wichtig, in den Bereichen der Oberflächenoptimierung (z.B. „intelligente Implantate“) und der besser verträglichen, wirksameren und differenzierter ansetzenden Medikamente die Forschung und Förderung voran zu treiben. Therapeutische Entwicklungen sollten sowohl besonders in Bereichen gefördert werden, wo es aufgrund der statistischen Häufigkeit eine große Nachfrage, aber nur unzureichende Alternativen gibt, als auch dort, wo sich Patienten mit einer seltenen und/oder bisher nicht heilbaren Krankheit Hoffnungen auf eine Therapie machen bzw. wo die med. Forschung Potenzial für eine verbesserte Therapie sieht.
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3. Zudem ist auch die Verbesserung der Diagnoseverfahren sinnvoll, wenn sie bestehende Verfahren optimiert, das Verständnis von Krankheiten erweitert oder völlig neue Therapieansätze erschließt. Für besonders wichtig halten wir dabei auch die rege Kooperation zwischen Forschergruppen auf dem Gebiet der therapeutischen und der diagnostischen Methoden.
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4. Wir halten es weiterhin für wichtig, Präventivmaßnahmen zu unterstützen wie beispielsweise die Entwicklung neuer wirkungsvoller Impfungen z.B. gegen Malaria.
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5. Nur durch intensive Forschung und Investitionen in einem derart viel versprechenden Feld wie der Nanotechnologie bietet sich Deutschland die Chance, als Wissenschaftsnation im internationalen Vergleich eine führende Rolle einzunehmen. Für die Entwicklung der Nanomedizin ist es wichtig, dass diese für alle Beteiligten (Patienten, Ärzte, Industrie, Politik) ein gewinnbringendes Konstrukt wird. Deshalb halten wir es für unerlässlich, dass sich sowohl die Politik (in der Grundlagenforschung durch Patentrechte) als auch die Industrie (in der anwendungsorientierten Forschung) engagieren und die jeweilige Forschung finanziell unterstützen.
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Risiken der Nanomedizin: Empfehlungen der Gruppe 1
1. Ein Risiko an Nanoteilchen ist, dass ihre biologische Abbaubarkeit sowie ihr jeweiliger Lebenszyklus noch nicht zur Genüge geklärt sind. Wir fürchten z.B., dass biologisch nicht abbaubare Nanopartikel durch Bakterien in die Nahrungskette eingeschleust werden können. Wir fordern daher, bevorzugt biologisch abbaubare Nanopartikel einzusetzen. Falls dies nicht möglich ist, sollte deren Verbleib geklärt werden.
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2. Wir sehen ein Risiko bei der Einführung von Nanopartikeln auf dem Markt: es gibt keine ausreichenden Untersuchungen im Bezug auf (langfristige) Schädigungen und Risiken für Gesundheit und Umwelt, beispielsweise auf Grund wirtschaftlichen Gewinnstrebens. Besonders besorgniserregend finden wir, dass Nanopartikel die Plazenta- und Blut-Hirn-Schranke überschreiten können. Wir halten ausreichende Tests vor Markteintritt für sehr wichtig und fordern fundierte Langzeitstudien für als riskant eingestufte Nanopartikel.
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3. Dadurch, dass es sich um eine ganz neue Technik handelt, sind viele Risiken möglicherweise überhaupt noch gar nicht messbar und damit auch nicht in Studien zu untersuchen. Wir fordern daher, eine vorausschauende Technikfolgenabschätzung zu etablieren.
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4. Wir sehen das Problem für Verbraucher, dass Nano-Produkte nicht immer als solche zu erkennen sind. Wir wünschen uns daher, dass die Verbraucher intensiv informiert werden. Wir halten eine Kennzeichnung für sehr sinnvoll, damit Verbraucher selbst entscheiden können.
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Risiken der Nanomedizin: Empfehlungen der Gruppe 2
1. Nano-Partikel eines Stoffes können sich anders als der Stoff oberhalb einer kritischen Größengrenze verhalten; es wurden immense Unterschiede beobachtet, z.B. die Entwicklung hochreaktiver, toxischer, entzündungs- und krebserregender Eigenschaften. Diese sind nur schwer vorhersagbar und bislang unzureichend erforscht.
Wir fordern eine gewissenhafte, genaue und auch langfristige Erforschung, Dokumentation und Klassifikation von NP hinsichtlich dieser Eigenschaften, sowie ihrer kurz- und langfristigen Wechselwirkungen im Körper und der Umwelt. Das erlangte Wissen soll interdisziplinär geteilt werden.
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2. Da sich Nanopartikel bis heute noch schwer detektieren ("auffinden") lassen, kann es zu einer unbemerkten und unkontrollierten Ausbreitung kommen. Es ist deshalb notwendig, hochpräzise, verlässliche und robuste Zähl- und Messgeräte (weiter) zu entwickeln und diese langfristig möglichst kostengünstig zur Verfügung zu stellen.
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3. Aufgrund der noch unzureichend erforschten Risiken tragen die Forscher eine große Verantwortung im Umgang mit der neuen Technologie. Wir halten daher den äußerst verantwortungsbewussten und weitblickenden Umgang mit Nanopartikeln (NP) für wichtig. Dazu zählen zum Beispiel die Einrichtung von Hochsicherheitslabors für besonders risikoreiche NP wie auch der Schutz der Bevölkerung vor dem Kontakt mit NP, deren Risiko noch nicht geklärt ist. Unklassifizierte NP sollten nur in Ausnahmefällen und dann auch nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen ausschließlich zu Forschungszwecken im Labor genutzt werden. Es wäre sinnvoll, Nanomaterialien als neuartige Produkte zu kennzeichnen, damit sie vor der Markteinführung stärkeren Kontrollen unterliegen.
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4. Derzeit sind Nanotechnologie und -medizin noch teure Forschungsfelder. Dies gibt Anlass zur Sorge, dass die Nanomedizin eine exklusive 'Luxus-Behandlung' für zahlungskräftige Patienten werden könnte, dadurch ihren Teil zur Entwicklung einer Zweiklassenmedizin beiträgt und unser Gesundheitssystem belasten könnte. Wir fordern daher Ansätze auf verschiedenen Ebenen, die Nutzung von Nanomedizingütern so weit zu fördern und zu subventionieren, dass das medizinische Endprodukt auch für jeden gesetzlich Versicherten verfügbar und erschwinglich wird.
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5. Derzeit werden Nanopartikel hergestellt, deren Verbreitung und Wirkung nach der Entsorgung nicht hinreichend geklärt ist. Es ist aus diesem Grund sinnvoll, geeignete Recyclingkonzepte zu erstellen, die die Risiken durch spätere Wechselwirkungen mit der Umwelt berücksichtigen und diese eindämmen. Des Weiteren fordern wir Richtlinien, die Grenzwerte für Nanopartikel in der Umwelt festlegen und durch spezialisierte Umweltbehörden kontrolliert werden.
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6. Es müssen Sicherheitsrichtlinien zur Produktion und Verwendung der Nanopartikel erstellt werden, damit sie nicht missbraucht werden können. Der Verbleib der Nanopartikel von der Produktion bis zur Verwendung im Endprodukt sollte dokumentiert werden, um eine bessere Rückverfolgung zu ermöglichen (Sicherheitsaspekt).
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Ethische Aspekte der Nanomedizin: Empfehlungen der Gruppe 1
1. Die großen Möglichkeiten der Nanomedizin nicht zu nutzen, wäre auch aus ethischer Sicht ein großer Fehler. Um kranke und behinderte Menschen zu heilen, die heute noch vergeblich auf Hilfe warten, ist es sinnvoll, Forschung und Entwicklung in diese Richtung voranzutreiben.
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2. Es ist notwendig, dass schon bei der Forschungsförderung ethische und soziale Aspekte miteinbezogen werden. Dies bedeutet, dass nur mit öffentlichen Mitteln gefördert werden soll, was ethisch unbedenklich und gesellschaftlich wünschenswert ist.
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3. Aufklärung und Autonomie von Patienten stellen gerade bei nanomedizinischen Diagnose- und Therapieverfahren einen wünschenswerten Schutz vor Verunsicherung und Entmündigung dar. Nur wer die Folgen für das eigene Leben überblickt, kann eigenverantwortliche Entscheidungen treffen. Wir wünschen uns, dass die Politik dieses Prinzip festschreibt und dass Wirtschaft und Wissenschaft es umsetzen.
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4. Im Bereich der immer genaueren Diagnostik, z. B. der Gendiagnostik, ist strikter Datenschutz unerlässlich, damit medizinische Erkenntnisse nur FÜR und nicht GEGEN Patienten verwendet werden.
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5. Wir halten es für unerlässlich, dass beim Einsatz von teurer Hochtechnologie in der Nanomedizin auch die Verteilungsgerechtigkeit beispielsweise zwischen Arm und Reich, Alt und Jung, Informiert und Uninformiert angestrebt wird. Vermögen, Alter und Bildungsstand dürfen nicht entscheiden.
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6. Es ist sinnvoll, ethische Fragestellungen mit Bezug zur Nanotechnologie verstärkt in die Schullehrpläne (bspw. in den Fächern Ethik, Religion, Philosophie etc.) aufzunehmen.
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Ethische Aspekte der Nanomedizin: Empfehlungen der Gruppe 2
1. Die Nanomedizin birgt die Gefahr, aufgrund der zumindest anfänglich hohen Kosten die Kluft zwischen Arm und Reich massiv zu verstärken. Es ist unerlässlich, diesem „Nano Divide“ bzw. einer weiteren Entwicklung der bereits existierenden Zwei-Klassen-Medizin entgegenzuwirken. Es muss sichergestellt werden, dass alle Bürger Zugang zu den Produkten der Nanomedizin erhalten.
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2. Es ist wichtig, dass unsere Mitmenschen wie auch nachfolgenden Generationen für die möglichen Folgen dieser Technologie sensibilisiert werden, zum Beispiel durch eine institutionelle Technikfolgenabschätzung. Dabei sollten sowohl ethische als auch rechtliche und soziale Auswirkungen der Nanomedizin (nicht nur in Europa, sondern global und grenzübergreifend) in Betracht gezogen werden.
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3. Das Verhältnis zwischen dem Recht auf Information und dem Recht auf Nichtwissen muss definiert und untersucht werden. Datenschutzrichtlinien müssen entwickelt, ein gläserner Patient und die Reduzierung des Menschen auf Datensätze verhindert werden. In Fällen, wo Nanotechnologie Diagnosen ermöglicht, ohne dass Therapien dafür vorliegen, muss besonders achtsam mit der Information des Patienten umgegangen werden. Die Entscheidung darüber, ob er auch in diesem Fall voll informiert werden will, muss er selbst fällen. Die Weitergabe der Daten an Versicherer, Arbeitgeber und andere Dritte muss unterbunden werden.
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4. Das Prinzip der Patienten-Autonomie, welches bei der konventionellen Therapie bisher strikt zum Tragen kommt, ist unter allen Umständen auch auf die zukünftige Nanomedizin auszuweiten. Dies gilt sowohl für die Behandlungsform wie auch insbesondere für die informationelle Selbstbestimmung.
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5. Ein sehr bedenklicher Punkt im weiten Einsatzgebiet der Nanomedizin ist das sogenannte Neuroenhancement. Ohne Verschreibungspflicht durch Fachärzte bei entsprechender Indikation oder andere gesetzliche Regelungen kann es schnell zu einem ethisch sehr fragwürdigen Vorhaben werden („Gehirn-Doping“). Gleichzeitig jedoch könnten ähnliche Technologien / Medikamente einen Segen für Patienten mit demenziellen Erkrankungen darstellen. Es ist äußerst wichtig, dass die Chancen des Neuroenhancements nicht durch Missbrauch wieder zunichte gemacht werden.
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6. Forschungen an krankheitslindernden Anwendungen des Enhancement (Bsp. Überwindung der Blut-Hirn-Schranke, um Hirnleistungen im Falle einer Alzheimer-Erkrankung positiv zu beeinflussen) müssen von Forschungen an Verfahren oder Materialien zur Verbesserung des gesunden Menschen getrennt werden. Ersteres ist positiv zu bewerten und zu fördern, Letzteres sollte nur nach genauer Abwägung und ausführlichen ethischen Diskussion zugelassen werden. Die gesellschaftliche Chancengleichheit darf durch die Möglichkeiten des Enhancement nicht gefährdet werden.
"Enhancement“ darf unter keinen Umständen als Prävention gelten. Hierbei besteht die Gefahr, dass der Menschen (bewusst oder unbewusst) perfektioniert wird und Pseudoprobleme hervorgerufen werden, deren Behandlung rein kosmetische Angelegenheiten sind.
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